Im Laufe meiner Zeit als „Computermusiker“ habe ich schon eine Menge Programme ausprobiert, mit denen man Musik machen kann: Es fing an mit „Cubasis“ von Steinberg, dem kleinen Bruder von Cubase. Dann kam irgendwann das große Cubase 5. Es folgte „ReBirth“ von Propellerhead (der Lead-Sound in „Oooh Yeah!“ auf Pader-City Beats stammt zum Beispiel aus ReBirth). Anschließend „Fruity Loops“, das heute „FL Studio“ heißt („Sinus“ auf Pader-City Beats wurde damit gemacht). Und dann kam ein Programm von den „ReBirth“-Machern, das nicht nur ich damals geradezu sensationell fand: „Reason“.

Ein Instrumenten-Rack wie im echten Leben

Dieses Programm war deswegen für mich ein Hit, weil man nicht nur von Haus aus jede Menge toll klingende virtuelle Klangerzeuger mitgeliefert bekam, die man in ein virtuelles Hardware-Rack stecken konnte, sondern weil man dieses Rack auch noch „umdrehen“ konnte. Auf der Rückseite gab es wie bei einem echten Rack Kabel, mit denen man die Geräte verbinden konnte. Das ermöglichte damals ganz neue Möglichkeiten, zum Beispiel mit Blick auf Effektketten.

Umständliche Einbindung in andere DAWs

Man konnte in Reason aber leider nur die „Geräte“ verwenden, die im Programmpaket enthalten waren. Weder konnte man neue Klangerzeuger dazu kaufen, noch bereits vorhandene VST-Plugins verwenden. Es dauerte Jahre, bis das möglich war. In der Zwischenzeit hatte ich wiederum Ableton Live für mich entdeckt. Dort gefielen mir der Noteneditor und der Arranger wesentlich besser. Reason nutzte ich fortan nur noch als virtuelles Instrument in Live. Das ging recht umständlich über eine Schnittstelle namens „ReWire“ und war nicht so richtig sexy. Wie cool wäre es gewesen, wenn man es einfach als Plugin, als virtuelles Instrument, in Live hätte nutzen können!

Wir hatten uns auseinander gelebt

Mit der Zeit verschwand Reason aus meinem „Gerätepark“. Die ReWire-Anbindung war mir zu zeitaufwändig und zu umständlich. Außerdem hatte ich inzwischen mit diversen Tools von Native Instruments, iZotope und Waves eine Menge Plugins am Start, mit denen ich auch meine Wunsch-Sounds erzeugen konnte. Aber Reason verlor ich nie aus den Augen. Ich fand das Programm einfach sehr sympathisch. Auch, weil die Macher so konsequent an diesem Konzept fest hielten.

„Reason as a Plugin“

Heute bekam ich dann einen Newsletter von Propellerhead. Darin wurde überraschend Version 11 von Reason angekündigt, wobei gefühlt doch eben erst Version 10 erschienen ist. Aber richtig überrascht war ich, als ich las, was es in Version 11 kann: Ab sofort arbeitet Reason auf Wunsch als Plugin, zum Beispiel in Ableton Live! Wie geil ist das denn?!

Neue „Suite“-Version für 549 Euro

Und noch zwei Neuerungen haben sie angekündigt:

  1. „Propellerhead“ heißen in Zukunft „Reason Studio“
  2. Neben den bisherigen „Reason Lite“, „Reason Intro“ und „Reason“ wird es zukünftig auch noch eine „Reason Suite“ geben, die weitere Klangerzeuger und Effekte enthält – und entsprechend mehr kostet. Ob das „Mehr“ an Features den stolzen Aufpreis von 200 Euro (die Standard-Version kostet 349 Euro, die Suite 549 Euro) rechtfertigt, muss man allerdings erstmal abwarten.

Für mich sind das tolle Nachrichten und ich werde mir das Update wohl bei Gelegenheit zulegen. Ich hatte eh schon überlegt, Reason mal wieder eine Chance zu geben. Und jetzt scheint mir genau der richtige Zeitpunkt dafür zu sein.

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